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Infos zu Leistungen der Pflegeversicherung

Pflegegeld (§37 SGB XI)

Das Pflegegeld ist eine finanzielle Leistung der Pflegekasse, damit Menschen, mit einem wiederkehrenden Pflegebedarf,  ihre Versorgung sicherstellen können. Diese Leistung kann auch dann erbracht werden, wenn die Voraussetzungen zur Erlangung der Pflegestufe 1 nicht gegeben sind (Pflegestufe 0). Dies trifft beispielsweise auf Personen zu, die Schwierigkeiten haben, ihren Alltag eigenständig zu strukturieren, oder an Demenz erkrankt sind.

In vielen Fällen übernehmen Privatpersonen (Angehörige, Freunde, Nachbarn etc.) die pflegerischen Tätigkeiten. Je nach Höhe der Pflegestufe, gelten hier monatlich  bestimmte Pflegegeldsätze:

Pflegestufe 0 = 123€ Pflegestufe 1 = 244€ Pflegestufe 2 = 458€             Pflegestufe 3 = 728€

Anstelle von dieser reinen Geldleistung können Pflegebedürftige jedoch auch die Pflegesachleistung wählen und einen Pflegedienst mit ihrer häuslichen Pflege beauftragen. Für die Sachleistungen können folgende Beträge bewilligt werden:

Pflegestufe 0 = 231€ Pflegestufe 1 = 468€ Pflegestufe 2 = 1.144€ Pflegestufe 3 = 1.612€ (in Härtefällen bis zu 1.995€)

             

Verhinderungspflege (§39 SGB XI)

Verhinderungspflege können pflegende Angehörige durch die Pflegekasse beziehen, wenn sie vorübergehend (durch eigene Krankheit oder Urlaub etc.) an der Pflege des Verwandten gehindert sind.

Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten für eine Ersatzpflegekraft für bis zu 6 Wochen/Jahr in einem Rahmen von maximal 1.612 Euro/Jahr.

Die Verhinderungspflege greift auch, wenn der  Pflegebedürftige Angehörige während dieser Zeit andernorts gepflegt wird, etwa wenn er selbst im Urlaub ist.

Die Verhinderungspflege kann innerhalb des  o.g.  finanziellen und zeitlichen Rahmens ganz nach individuellem Bedarf aufgesplittet werden.

Kurzzeitpflege (§42 SGB XI)

In der  Kurzzeitpflege wird ein pflegebedürftiger Mensch, mit mindestens Pflegestufe 1, vorübergehend (max. 8 Wochen / Jahr) vollstationär in einer entsprechenden Pflegeeinrichtung aufgenommen.

Kurzzeitpflege kann beispielsweise dann in Anspruch genommen werden, wenn die Pflege zu Hause während eines gewissen Zeitraums nicht möglich ist, oder die Wartezeit überbrückt werden soll, bis ein dauerhafter Platz in einer Pflegeeinrichtung gefunden ist.

Seit dem 01.01.2015 besteht die Möglichkeit, Leistungen der Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege miteinander zu kombinieren. So kann nun ein zusätzlicher Betrag von bis zu 806€ zusätzlich bewilligt werden.

Zusätzliche Betreuungsleistungen (§45 a, b SGB XI)

Zusätzliche Betreuungsleistungen können Menschen beantragen, die keine Pflegestufe, aber einen geringfügigen Betreuungsbedarf (>45 Min./Tag)  haben.

Aber auch wenn bereits eine Pflegestufe vorliegt, können Menschen, die Aufgrund von Demenz, geistigen, oder psychischen Einschränkungen einen erhöhten Betreuungsbedarf haben, die zusätzlichen Betreuungsleistungen beanspruchen.

Diese Leistungen können sowohl für professionelle als ,seit 2015, auch für niedrigeschwellige Betreuungsangebote genutzt werden.