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FASD

 Unsere Angebote:

Allgemeine Erstberatung und Vermittlung von Diagnose- und weitergehenden Beratungsmöglichkeiten.

Präventions- und Aufklärungsarbeit für Schulen, Berufsbildende Schulen in Stadt und Region Hannover.
 


Hintergrundinformationen

Die Fetalen Alkohol-Spektrum-Störungen FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorders) sind die wohl am weitesten verbreitete angeborene Behinderung, die in der Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen wird. Sie entsteht in ihren vielen Erscheinungsformen (Spektrum-Störungen!) durch den Alkoholkonsum von Müttern in der Schwangerschaft – wobei es egal ist, wann oder wieviel Alkohol in dieser Zeit getrunken wird. FASD ist also durch den Verzicht auf Alkohol in der Schwangerschaft eigentlich auch die am leichtesten zu verhindernde Behinderung.

Nach einer gesicherten Studie (2019) des Münchner Instituts für Therapieforschung kommen pro Jahr ca. 1,8 Prozent aller Neugeborenen mit einer Behinderung aus dem breiten FASD-Spektrum zur Welt – für die Region Hannover bedeutet dies, dass jedes Jahr circa 200 Kinder mit FASD geboren werden. Wenn man nun davon ausgeht, dass dieses Problem schon seit den 1960er-Jahren (als der Alkoholkonsum auch von Frauen in Deutschland explodierte) gegeben ist, leiden derzeit allein in der Region Hannover wohl ca. 20.000 Menschen (1,8 % von 1,149 Mio. Einwohnern) an FASD.

Gemeinsam ist allen FASD-Betroffenen, egal welche Ausprägung sie im Spektrum haben oder ob sie schon als FASD-Betroffene diagnostiziert wurden, eine extrem geringe Stresstoleranz, eine sehr hohe Vergesslichkeit („Löcher im Kopf“), eine mangelnde Einsicht in abstrakte Konzepte wie Geld oder Zeit, eine kaum vorhandene Impulskontrolle, „Maulheldentum“ sowie eine starke soziale Beeinflussbarkeit und emotionale Labilität. Das für die Umwelt (z.B. Eltern, Lehrer oder Partner) anstrengende darin ist, dass es kaum möglich ist, mit gängigen pädagogischen oder therapeutischen Maßnahmen darauf kurz- oder mittelfristig Einfluss zu nehmen. FASD-Menschen können zwar lernen und z.B. Traumata sind auch therapierbar – allerdings in viel längeren zeitlichen Dimensionen und mit ganz anderen Anforderungen an Methodik und Umweltgestaltung.

FASD ist seit über 50 Jahren bekannt und wird seitdem auch erforscht. Diese Forschungen haben gezeigt, dass nur ca. 20 Prozent aller FASD-Betroffenen eigenständig in unserer modernen Welt leben können. Die anderen 80 Prozent brauchen eigentlich eine dauerhafte Betreuung, um nicht in die Obdachlosigkeit, Kriminalität oder Psychiatrie abzurutschen – was heute, aufgrund nicht vorhandener Diagnosen, leider immer noch die Regel ist. Auch wenn FASD kein Problem einer speziellen sozialen Schicht ist, so haben P. Nordhues und Dr. Feldmann vom Universitätsklinikum Münster im Jahr 2013 dennoch erhoben, dass ca. 23 Prozent aller Pflegekinder nicht nur von traumatischen Erfahrungen (Bindungsabbrüche etc.), sondern auch von FAS im Vollbild betroffen sind. Wenn man nun bedenkt, dass in allen internationalen Meta-Studien davon ausgegangen wird, dass auf einen Betroffenen mit dem FAS-Vollbild mindestens noch zwei weitere Betroffene mit einer anderen Störung (pFAS/ARND) aus dem FASD-Spektrum kommen, dann steht zu befürchten, dass gut Zweidrittel aller Pflegekinder von FASD behindert sein könnten. 

Hier finden Sie eine PDF zu häufigen Herausforderungen und Stärken bei FASD.