[ Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ), 22.11.2011, Seite 12 ]
Hannover will inklusive Stadt werden
Programm vorgelegt
Hannover macht sich auf den Weg, um eine Stadt für alle zu werden. Gestern stellte Sozialdezernent Thomas Walter im Sozialausschuss des Rates ein Programm vor, mit dem die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention in Hannover umgesetzt werden sollen. Inklusion bedeutet einen Perspektivwechsel, beschrieb Walter den langfristig angelegten Prozess. Nicht mehr der behinderte Mensch müsse sich anpassen, um eine gleichberechtigte Teilhabe zu erreichen, sondern umgekehrt müsse sich die Umgebung so anpassen, dass jedem alle Chancen offen stehen. Ein Rechtsanspruch leite sich aus der UN-Konvention allerdings nicht ab, und auf Knopfdruck sei dieses Ziel ebenfalls nicht zu erreichen. Das Handlungsprogramm, das jährlich fortgeschrieben werden soll, ist dezernatsübergreifend angelegt. Eine Arbeitsgruppe will das Thema zum Bestandteil aller städtischen Planungen machen. Dazu gehört der behindertengerechte Umbau aller Schulen. Auch beim Ausbau der Krippenbetreuung soll darauf geachtet werden, behinderte und nichtbehinderte Kinder gleich zu behandeln. Gudrun Koch (SPD) lobte das Programm, merkte aber an, dass Inklusion nicht zum Nulltarif zu haben sei. In die gleiche Kerbe schlug Wilfried Lorenz (CDU), der auf die Notwendigkeit eines finanziellen Rahmens hinwies. Oliver Förste (Linke) erklärte, dass zur Umsetzung inklusiver Bildung die Gesetze geändert werden müssten. Das versucht das Land gerade zu verhindern.
[ VERONIKA THOMAS ]
Ob Sozialdezernent Thomas Walter die UN-Konvention in Bezug auf den Rechtsanspruch auf gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen in unserer Gesellschaft richtig interpretiert, können Sie selbst nachlesen in der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung.
Presse - 22. November 2011
VEREIN FÜR DIE INTEGRATION VON MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN