[ Neue Presse (NP), 06.09.2011, Seite 01 ]

 

Stadt baut acht neue Kitas für 20 Millionen

 

Bis August 2013 will die Landeshauptstadt acht neue Kindertagesstätten bauen lassen (siehe Grafik). Dort soll es Platz für 745 Kinder geben. Das Projekt in energiesparender Passivhausbauweise hat ein Volumen von 20 Millionen Euro. „Familienfreundlichkeit wird mit hoher Konsequenz durchgezogen“, sagte Oberbürgermeister Stephan Weil gestern bei der Präsentation der Kita-Entwürfe. Die geplanten Neubauten sind Teil des 2008 beschlossenen „Ausbauprogramms U3“, mit dem vor allem Krippenplätze geschaffen werden sollen.
Hintergrund sind überraschend steigende Kinderzahlen in Hannover und der ab 2013 geltende Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Ein- und Zweijährige. Im Vergleich zu 2008 sollen 1800 zusätzliche Krippenplätze geschaffen werden. Derzeit gibt es 4042.
Die neuen Kindertagesstätten sollen auf städtischen Grundstücken gebaut werden, Eigentümer der Gebäude soll aber ein Wolfenbütteler Bauträger sein. Die Stadt mietet die Räume, muß dafür die Summe von 20 Millionen Euro aber nicht auf einen Schlag aufbringen.
Oberbürgermeister Weil hofft, daß der Rat noch im Oktober für das Projekt stimmt. CDU und FDP zeigten sich gestern verärgert, daß Weil das Neubauprogramm ausgerechnet eine Woche vor der Kommunalwahl verkündet. Jens Seidel (CDU): „Das ist Schützenhilfe für die SPD.“
Bei suchenden Eltern wächst unterdessen der Wunsch nach einer zentralen Vergabestelle für Betreuungsplätze in Krippen und Kitas.

 

[ DIRK ALTWIG und LAURA ZACHARIAS ]

 

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[ Neue Presse (NP), 06.09.2011, Seite 12, Photo: DECKER ]
Zum Bild: Modell „VILLA“ - so soll die Kita am Robinienweg in Bothfeld aussehen.

 

Bildbeschreibung für Screenreader: das Bild zeigt zeigt den Entwurf des Modelles Villa.

Mehr Platz für Hannovers Kinder

 

20 Millionen Euro für acht neue Kitas

 

Erneut will die Stadt ein großes Bauprojekt in einer sogenannten „Öffentlich-Privaten Partnerschaft“ (ÖPP) verwirklichen: ein Investor baut für rund 20 Millionen Euro acht Kindertagesstätten, die Verwaltung mietet sie im Gegenzug für 20 Jahre.
„So müssen wir nicht alles auf einmal bezahlen“, beschrieb Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff gestern die Vorteile des ÖPP-Verfahrens. In der Summe sei auch die Inneneinrichtung enthalten. Die Stadt rechnet außerdem mit Fördermitteln des Landes von rund 4,3 Millionen Euro.
Der Auftrag geht an das Wolfenbütteler Bauunternehmen Carl Schumacher. Die Firma mit rund 100 Mitarbeitern verwirkliche seit Jahren erfolgreich kleinere und mittlere ÖPP-Projekte.
Jeweils vier der Gebäude sind vom gleichen Typ. Es gibt einen zweigeschossigen Entwurf — das Modell „Villa“ — und einen, der nur zum Teil zweigeschossig ist. Die Pläne stammen von den hannoverschen Büros „Ahrens Grabenhorst Architekten“ und „Mosaik Architekten“.
Kay Marlow von „Mosaik Architekten“ sagte, die Häuser würden sich in die Umgebung einfügen, jedes erhalte eine individuelle Fassade. Das Raumklima werde durch Passivhaus- Bauweise besonders angenehm — und: „Die Räume haben immer Fenster nach zwei Seiten.“ Wenn der Rat dem Projekt im Oktober zustimmt, soll der Bau der ersten Häuser im Frühling beginnen. Alle sollen ab August 2013 genutzt werden.
Die Ratsopposition kritisierte, daß Weil die Pläne fünf Tage vor der Wahl präsentierte. Jens Meyburg (FDP): „Toll, daß die Stadt jetzt in Bewegung gerät ...“ Jens Seidel (CDU): „Der Termin ist kein Zufall. Die SPD muß Angst haben.“

 

[ DIRK ALTWIG ]

 

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Eltern fordern zentrale Platzvergabe

 

Die ermüdende Suche nach einem Kitaplatz: Anna Schrader kann ein Lied davon singen. In 25 Einrichtungen stand ihr Sohn Erik auf der Warteliste: „Für Novembergeborene ist es wirklich schwierig, einen Platz zu finden.“
Denn im Sommer, wenn die Kitaplätze frei würden, nehme kaum eine Einrichtung Kinder unter drei Jahren auf, weil die Älteren Vorrang hätten. Doch Schrader gab nicht auf: Immer wieder telefonierte sie Kitas ab, bis eines Tages in der Kita des UJZ Glocksee jemand abgesprungen war und Erik die Lücke füllen durfte. Ein Kraftakt, den man hätte einfacher gestalten können, so die 33-jährige Schrader: „Ich verstehe nicht, wieso es keine zentrale Vergabestelle für Kitaplätze in Hannover gibt.“
Ihre Nachbarin Ina Müller kann da nur zustimmen: „Es ist total ineffektiv, daß sich Jeder überall anmeldet und ständig überall nachfragt“, findet die alleinerziehende Mutter, die für ihre zweieinhalbjährigen Zwillinge bislang noch keine Kitaplätze gefunden hat. Mit einer zentralen Vergabestelle bliebe nicht nur den Eltern viel Aufwand erspart. „Damit könnte man bestimmt auch viel einfacher ermitteln, wie viele Plätze wo benötigt werden“, so Müller.
Auch Constance Lorenz kennt diese Problematik — und beschloß mit mehreren Leidensgenossen, eine Elterninitiative zu gründen. Verein und Erzieher gibt es bereits, nur der geeignete Raum im Bezirk Mitte fehlt den „Forscher-Kids“. „Es gibt dort kein Gebäude, das die hohen gesetzlichen Auflagen erfüllen kann“, sagt Lorenz, „große Außenflächen zum Spielen gibt es in diesem Bezirk nun mal kaum, aber der Bedarf ist ja trotzdem da.“ Von Stadt und Land wünsche sie sich „mehr Entgegenkommen“.

 

[ LAURA ZACHARIAS ]

 

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Presse - 06. September 2011

VEREIN FÜR DIE INTEGRATION VON MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN

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