[ Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ), 06.09.2011, Seite 01 ]
Stadt Hannover bekommt acht neue Kitas
Um zügig neue Kita- und Krippenplätze zu schaffen, läßt die Stadt acht Kindertagesstätten mit einem Bauvolumen von insgesamt 20 Millionen Euro durch einen privaten Investor errichten. Die neuen Kitas, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt errichtet werden, sollen Platz für 345 unter Dreijährige und fast 400 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren bieten. Geplanter Baustart ist kommendes Frühjahr; zum Schuljahresbeginn im August 2013 sollen die Kitas in Betrieb gehen. Im Oktober soll der Rat noch über das Bauvorhaben abstimmen, das die Stadt im Rahmen einer sogenannten Öffentlich Privaten Partnerschaft (ÖPP) mit einem Wolfenbütteler Investor realisiert. Über einen Zeitraum von 20 Jahren will die Stadt die Baukosten der Kindertagesstätten über die Miete zurückzahlen. Außerdem wurden Fördermittel in Höhe von 4,3 Millionen Euro beim Bund beantragt.
[ VERONIKA THOMAS ]
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[ Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ), 06.09.2011, Seite 12, Photos: THOMAS ]
Zum Bild 1: Acht neue Kitas auf einen Streich - Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff (v.l.), die Architekten Prof. Christoph Schauhoff, Prof. Kay Marlow, Prof. Gesche Grabenhorst und Oberbürgermeister Stephan Weil stellen das Konzept vor.

Investor baut acht neue Kitas
Für 20 Millionen Euro entstehen 745 Krippen- und Kitaplätze. Die Stadt will zeigen, wie kinderfreundlich Hannover ist — und den Rechtsanspruch von Eltern auf einen Betreuungsplatz erfüllen.
Bei der Bereitstellung von Betreuungsplätzen
für Kinder
steht die Stadt vor zwei Herausforderungen,
umschrieb
Oberbürgermeister Stephan Weil gestern
die Gemengelage: Der Rechtsanspruch
von Eltern auf einen Krippenplatz
ab dem 1. August 2013 stelle die
Stadt zwar vor die gleichen Herausforderungen
wie alle anderen Kommunen
auch, in Hannover aber komme eine weitere
Besonderheit hinzu: Die Geburtenzahlen
steigen über den prognostizierten
Trend, und immer mehr Familien
mit kleinen Kindern bleiben in der
Stadt, die in den Vorjahren noch ins
Umland abgewandert sind, sagte Weil.
Aus diesem Grund habe sich die Stadt
entschlossen, zeitgleich acht neue Kitas
von einem Investor bezugsfertig errichten
zu lassen, um genügend Betreuungsplätze
zu schaffen. Die Investitionskosten
von 20 Millionen Euro, die der Investor
quasi vorstreckt, zahlt die Stadt über
einen Zeitraum von 20 Jahren durch die
Mietzahlungen zurück. Die Neubauten
zeigen, wie wichtig uns die Kinderbetreuung
und die Vereinbarkeit von Familie
und Beruf sind, unterstrich Weil
die Bedeutung Hannovers als kinderfreundliche
Stadt bei der Vorstellung des
Bauvorhabens, das im Rahmen einer sogenannten
Öffentlich Privaten Partnerschaft
(ÖPP) realisiert wird.
Nach einer europaweiten Ausschreibung
fiel die Entscheidung auf den mittelständischen
Investor, das Bauunternehmen
Carl Schumacher aus Wolfenbüttel,
dessen Angebot durch das beste
Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt
habe, wie Wirtschaftsdezernent Hans
Mönninghoff sagte. Das Unternehmen
wiederum kooperiert mit vier hannoverschen
Architekturbüros, wovon jeweils
zwei das Architekturkonzept und das
Außenkonzept übernehmen.

Die neuen Kitas mit 745 Krippen- und
Kitaplätzen entstehen im Robinienweg
(Bothfeld), in der Hogrefestraße (Stöcken),
Börgerstraße (Bemerode),
Posthornstraße
(Linden), Am Ahlemer Holz
(Ahlem), in der Röntgenstraße (List), im
Karl-Imhoff-Weg (Vahrenwald) und in
der Bomhauerstraße (Kleefeld). Alle Gebäude
werden in Passivbauweise errichtet
und einschließlich der Außenanlagen
barrierefrei gebaut. Jeder Neubau soll
drei Krippengruppen mit zusammen
etwa 45 Kindern und zwei Kita-Gruppen
für insgesamt 50 Kinder aufnehmen
können. Alle Grundstücke befinden sich
in städtischem Besitz. Zwar sollen die
Neubauten in einem einheitlichen
Grundtyp erstellt werden, aber mit
unterschiedlichen
Fassaden, um Rücksicht
auf die örtliche Bebauung zu nehmen.
Wegen der verschieden geschnittenen
Grundstücke werden einige Kitas als
zweigeschossige Villen mit
quadratischem
Grundriß erstellt, Bautyp Nummer
zwei ist eingeschossig mit einem
zurückgesetzten
Obergeschoß geplant.
Auf Mißfallen stieß der
Pressetermin
des Oberbürgermeisters bei der CDU.
Fünf Tage vor der Kommunalwahl den
Bau von Kitas anzukündigen, über den
schon seit Jahren verhandelt wird, das
hat schon einen unangenehmen Beigeschmack,
sagt CDU-Fraktionschef Jens
Seidel. Zwar plädiert auch er dafür, das
Projekt so schnell wie möglich durch die
politischen Gremien zu winken, aber der
zuständige Jugendhilfeausschuß tagt
erst Ende September. Da hätte es auch
gereicht, das Bauvorhaben eine Woche
vor dem Sitzungstermin anzukündigen,
sagt Seidel. Offenbar habe es sich Weil
nicht nehmen lassen, die gute Nachricht
noch vor der Wahl zu überbringen.
[ VERONIKA THOMAS ]
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Ergänzung:
Quote soll auf 60 Prozent steigen
Bis zum 1. August 2013 will die Stadt die Vorgaben des Bundes, Krippenplätze für unter Dreijährige mit einer Quote von mindestens 35 Prozent bereitzustellen, deutlich steigern. Zurzeit gibt es 4042 Krippenplätze, was einer Versorgungsquote von 28,5 Prozent entspricht (Jahrgänge Null bis Ende zweites Lebensjahr). Die Quote der Jahrgänge, die einen Rechtsanspruch ab 2013 haben werden (ein bis Ende zweites Lebensjahr) beträgt 42,8 Prozent. Bis 2013 soll es in Hannover rund 5140 Krippenplätze geben, was einer Quote von 60 Prozent für die Kinder entspräche, die einen Rechtsanspruch haben. Aktuell leben 14190 Kinder im Alter von null bis drei Jahren in Hannover, 2007 hatte die Stadt mit 13215 Kindern dieser Altersgruppe bis 2013 gerechnet. Einen Zuwachs gab es auch bei den drei- bis fünfjährigen: 2007 hatten Planer mit 12616 Kindern im Jahr 2013 kalkuliert, Ende August waren es aber schon 13301 Kinder. Durch das Programm fünf mal 300 Plätze U 3 seit 2008 will die Stadt 1800 Krippenplätze bis 2013 schaffen. Die Zahl der Kinderbetreuungsplätze insgesamt liegt stadtweit bei 22226.
[ VERONIKA THOMAS ]
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Presse - 06. September 2011
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