[ Neue Presse (NP), 27.05.2010, Seite 20 ]

 

Behinderte sollen zur Regelschule

Modellstadt für die Integration.

 

Gemeinsam lernen: Behinderte und nichtbehinderte Kinder sollen in Zukunft wesentlich häufiger die gleichen Schulen besuchen.
Hannover ist als Modellgemeinde ausgewählt – Stadt und Region wollen in enger Kooperation mit dem Land bis 2011 ein entsprechendes Konzept entwickeln.
Nach dem Schulausschuss der Region hat gestern auch der Schulausschuss der Stadt dem Projekt zugestimmt. Es läuft unter der Überschrift „Inklusion“ – nach einer UN-Konvention, die die Einbeziehung aller Kinder in eine Schule zum Ziel hat.
Nur die CDU enthielt sich der Stimme. Sie hatte gefordert, zunächst die finanziellen Auswirkungen des Vorhabens für die Stadt als Schulträger zu untersuchen. „Der zweite Schritt vor dem ersten“, kritisierten Vertreter von Rot-Grün, FDP und auch der Lehrerschaft. Erst müsse ein Konzept her.
In einer Projektgruppe wollen Region, Stadt, Kultusministerium, Landesschulbehörde und Wissenschaftler daran arbeiten. „Wir gehen nicht davon aus, dass Förderschulen damit überflüssig werden, aber wir brauchen einen deutlichen Kurswechsel“, hatte Regionsschuldezernent Ulf-Birger Franz vergangene Woche klar gemacht.
Der Bundesrat hatte 2008 die UN-Konvention über Behindertenrechte ratifiziert. Daraus leiten Experten ab, dass seit 2009 ein Rechtsanspruch zum Besuch von Regelschulen besteht. Unabhängig davon gibt es in Hannover bereits mehrere integrative Schulprojekte. Das Oberverwaltungsgericht Kassel hat dem Land Hessen aufgrund einer Elternklage eine Frist bis 2011 für die Umsetzung eingeräumt. Das Urteil soll auch für Niedersachsen Richtschnur sein.

 

[ MICHAEL KRISCHE, Hannover ]

 

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Presse - 27. Mai 2010

VEREIN FÜR DIE INTEGRATION VON MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN

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